Mittwoch, 4. November 2009
st *** i *** lle
Interessanterweise drückt diese "Stille" aber auch ein Thema aus, was mich seit einiger Zeit mehr und mehr beschäftigt und zum praktischen ausprobieren inspiriert, nicht erst seitdem das Jahr 2010 offiziell, von einer Initiative verschiedener christlicher Kirchen & Werke, unter das Motto "Jahr der Stille" gestellt wurde.
Bei einem stillen Treffen entstanden folgende Gedanken..
** laut los**
Stille... unheimlich laut. Gedanken jagen durch meinen Kopf. Klucksen im Bauch. Blut rauscht in den Ohren. Die Heizung im Bad brummt. Der Nachbar klappert mit der Abfalltonne. Laut.
Stille... einheimlich voll. Denn plötzlich jagen To-Do-Listen durch meinen Kopf. Menschen erscheinen vor meinem inneren Auge, an die ich schon Monate nicht mehr gedacht habe. Ich könnte... sollte... muss... darf nicht vergessen... Laut.
Stille... unheimlich uneffektiv. Verschwendete Zeit. Nutz-los. Aber deswegen auch Sinn-los? Los.
Stille... unheimlich beängstigend. Was wird passieren? Was werde ich fühlen? Und denken? Was und wer bin ich? Und Gott? Schweigt er? Redet er? Ist er da, nah oder beschäftigt? Und was, wenn er nah ist und trotzdem schweigt?
Laut. Los. Lautlos.
Sonntag, 27. September 2009
beziehungsweiseLEBEN
Ich selbst habe einen Artikel mit dem Thema: "Clusterentwicklungen in der Citychurch - Erste Prozesse auf einem langen Weg" geschrieben. Einen kurzen Ausschnitt und damit Vorgeschmack möchte ich euch hier geben. Und wen es mehr interssiert - bestellt das Buch (das geht direkt bei mir oder eben bei Amazon bzw. im "Buchladen eures Vertrauens"..) und vertieft euch in spannende Beziehungsgedanken!

Toblerone-Kirche
Eigentlich begannen wir im Leitungsteam erst jetzt, uns intensiv mit der Frage auseinanderzusetzen, was Cluster eigentlich sind und was es bedeuten würde, eine Netzwerkkirche zu leben. Inspiriert vom Transforum „Gemeinsam für Berlin“ und dem Think Tank in Münster mit Alan Hirsch, lasen wir das Buch „Clusters – Creative mid-sized missional Communities“ von Bob Hopkins und Mike Breen. Darin beschreiben die zwei Autoren der St. Thomas Church in Sheffield, wie sie mittelgroße Gruppen als missionale Gemeinschaften entdeckt haben, durch die Jesu Leben in verschiedenen Formen, Kontexten und Gemeindegrößen in unserer pluralistischen Gesellschaft sichtbar und lebbar werden kann. Cluster sind für sie eine Gruppe aus 25 bis 55 Leuten. Jeder Cluster hat dabei vier Dimensionen:
die vier Dimensionen up/in/out/of
Up – das Wachsen in der Beziehung zu Gott (nach oben) und Teilen von ganzheitlicher Spiritualität;
In – sie gestalten Gemeinschaft einzelner Menschen (untereinander) als Ort der Zugehörigkeit und Partizipation, an Orten, Tagen und Zeiten, die für sie passen;
Out – ihr Schwerpunkt ist die missionale Ausrichtung (nach außen): Identität und ihren Auftrag haben sie durch eine einende VISION für einen geografischen Bereich oder eine soziale Gruppe, wobei sie sich auf die Lebensform und den Kontext der Gruppe einstellen;
Of – Cluster sind als Netzwerke untereinander verbunden zum Beispiel durch gemeinsame Projekte, Vernetzung der Leiter oder Vernetzung mit anderen Kirchen.
Kurz gesagt, entsteht aus der IN-UP-OUT-Triangel durch die verbindende Ebene OF die „Toblerone-Kirche“.
Cluster können dabei entweder aus mehreren Cells (Kleingruppen) entstehen, oder die Cells bilden sich erst im Nachhinein, oder es gibt gar keine Kleingruppenstruktur. So definieren sich Cluster gerade nicht durch ihre mittlere Größe, sondern über ihre VISION. Doch die begrenzte Menge der Leute ermöglicht es, klein genug zu sein, um eine zielgerichtete Vision zu teilen und groß genug, um diese umzusetzen. Diesen Gedanken haben wir als Leitungskreis bei Hopkins und Breen zum ersten Mal so deutlich gelesen. Dadurch verstanden wir viele Fragen und die Unzufriedenheit mit unseren bisherigen Cluster-Experimenten besser. Der Zusammenhalt in diesen Netzwerken kann erstens durch eine gemeinsame Vision, zweitens mittels gemeinsamer Werte und drittens durch eine gemeinsame Sprache (zum Beispiel ein kreativer Name) gefördert werden. Die „Celebration“ (Großkirche) hat in diesem Netzwerk die Aufgabe, die Cluster mit zentralen Ressourcen zu unterstützen – neben einer klaren Vision und Werten der Gesamtgemeinde gilt es vorwiegend, Leiterbeziehungen zu fördern, gemeinsame Events zu haben (Taufe, Abendmahl, Hochzeit) und eine zentrale Struktur für Ressourcen bereitzustellen (zum Beispiel für die Bereiche Training, Kinderarbeit, Jugendarbeit, Finanzen, Kommunikation …).
Es wurde uns an diesem Wegabschnitt noch einmal sehr deutlich, dass eine „Cluster“-Kirche viel mehr ist als nur das Einfügen einer neuen Beziehungsebene. Kirche auf diese Art zu verstehen und zu leben, würde eine Gemeinde wie unsere sehr stark verändern. Mit ungefähr 450 Gottesdienstbesuchern („Celebration“), etwa 250 bis 300 miniChurch-Besuchern („Cell“) und momentan 150 festen Mitgliedern wird es viele Jahre brauchen, bis aus einer zentralen Struktur eine dezentrale Struktur geworden ist. Und trotzdem arbeiten wir genau darauf hin. Wir hoffen, dass immer mehr Leute ihr Herz und ihre Vision erkennen und anfangen, sich in mittelgroßen Gruppen zusammenzufinden und missional aktiv zu werden. In dieser Bewegung würde Kirche groß werden und klein bleiben. Sie würde nicht durch Addition, sondern durch Multiplikation wachsen und Stadt und Gesellschaft durchdringen. Leitung würde nicht mehr über die Kontrolle einer Hierarchie funktionieren, sondern wir würden prophetisch und apostolisch begabte Leute freisetzen, mit ihrer Vision Gemeinschaft zu formen und Cluster zu lenken. Autorität kann dann durch Förderung von weiteren Leitern und Teams ausgeübt werden, die wiederum Eigeninitiative und Verantwortung übernehmen. Die Angst, dass in solch einer dezentralen Struktur die Dinge außer Kontrolle geraten, ist nicht unbegründet, aber wir glauben, dass dieses Risiko minimiert werden kann. Anstatt auf Kontrolle, wird in einer Netzwerkkirche auf hohe Verantwortlichkeit der Leiter untereinander gesetzt. Folgende Elemente können diese Verantwortlichkeit fördern:
01. eine Grundatmosphäre der Unterstützung und Ermutigung, in der auf Gemeindeebene Zweierschaften/ Dreierschaften gestärkt werden und auf Leiterebene eine Mentoringstruktur entsteht
02. ein Fundament aus gemeinsamen Werten – zum Beispiel werden in Sheffield in allen Gruppen die „Life-Shapes“ gelehrt, dabei symbolisieren acht geometrische Figuren acht Jüngerschaftsprinzipien.
03. Beziehungen, Vertrauen und Freundschaften wachsen durch Offenheit, Hilfsbereitschaft und regelmäßige Treffen.
Sonntag, 13. September 2009
Faire Woche 2009 - "Fairer Handel schafft Zukunft"

.. unter diesem Motto machen in den nächsten zwei Wochen in 100ten Städten Deutschlands verschiedene Weltläden, Märkte, Gruppen und Einzelpersonen auf das Thema FAIRER HANDEL aufmerksam. http://www.faire-woche.de/
Organisiert wird das ganze von dem Forum Fairer Handel (Weltladen Dachverband; Importeure wie Gepa, Banafaier, etc.; kirchliche Hilfswerke wie Brot für die Welt, Misereor)
Schirmfrau ist die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul.
Für mich ist die Auseinandersetzung mit allem was sich um faire Produkte dreht sehr wichtig, und gleichzeitig unwahrscheinlich kompliziert. Wo kann man anfangen?! .. Auf jeden Fall nicht mit allem gleichzeitig. Warum nicht verschiedene Infos lesen? Oder mal 1 Monat lang verschiedene FairTrade Kaffeesorten durchprobieren? Warum nicht mal als WG/ Familie eine Runde FairTrade T-shirts bestellen (kann ja klassisch sein u. dann mit eigenem Motiv bedrucken lassen..)? Oder mal eine Woche lang alles Obst + Gemüse von dem Bauern vor Ort kaufen?
... viele Ideen die damit anfangen, wenn DU und ICH den 1. Schritt gehen.
Kann diese "FairTrade-Woche" ein Anfang sein?? Lass dich einladen...
Zwei Zitate zum Schluss, die sehr eng zusammenhängen:
(von einem Geschäftsführer einer Kleinbauerngenossenschaft aus Peru):
Santiago Paz López. "Bei Zucker fällt der Unterschied noch eklatanter auf. So konnten die Genossen früher nur einen Preis von 3 US-Dollar für 50 Kilo Zucker bekommen. Heute bezahlt CEPICAFE 26 US Dollar für die gleiche Menge". Dank dieser Perspektiven hat sich der Alkoholmissbrauch in der Region reduziert. "Die Mitglieder nutzen die Chance, um sich weiterzubilden und haben eine andere Sicht auf das Leben", sagt Santiago Paz López. "Sie haben ihre Häuser renoviert und sind nun in der Lage, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Viele Kinder unserer Mitglieder studieren an der Universität. Und weil sie dann wegen dieser guten Ausbildung bessere Einkommen haben, haben auch sie eine andere Sicht der Dinge."
(von dem beeindruckensten Mann):
"Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden."
Mittwoch, 9. September 2009
Impact Hunger
Die nächste Tour beginnt am 11. Oktober und endet am 20. Dezember 2009 vom „Jugend mit einer Mission“-Zentrum in Herrnhut, Sachsen, aus.
Themen der Tour sind unter anderem:
- Was sagt Gott über mein Essverhalten, mein Körpergefühl, mein soziales Umfeld und
meine Selbstwahrnehmung?
- Wie finde ich meine Identität und wie lerne ich Gottes Vaterherz kennen?
- Was ist eine Göttliche Richtschnur und wie kann ich danach leben?
- Was ist mein originales Design?
- Was habe ich mit dem Rest der Welt gemeinsam und wie kann ich mich in andere
Menschen investieren?
Geplante Reiseziele sind unter anderem Deutschland, USA und Äthiopien.
Herausforderungen der Tour:
- Gott in ALLEN DINGEN zu vertrauen
- Liebgewonnene, ungesunde Gewohnheiten los zu lassen
- Kontrolle als eine Illusion entlarvt zu sehen
Kosten für die Tour :
Die Kosten stehen noch nicht fest und werden von den aktuellen Flugpreisen abhängig sein. Wir wollen die Kosten für die Tour jedoch so gering wie möglich halten, damit du auf jeden Fall mit dabei sein kannst!
Freitag, 17. Juli 2009
Regenschirmerlebnisse.
3 Fragen begleiteten unseren Weg durch den Regen:
(1) Was ist BEEINDRUCKEND an deiner Stadt? - Was gefällt Gott an Würzburg?
(2) Was macht dich traurig? - Wo sieht Gott NOT?
(3) Wo begegnet dir HOFFNUNG in Würzburg? - Wo ist Gott bereits an der Arbeit?
Es wurde ein bewegender Weg... auf dem mir lachende, fröhliche Ausländer begegneten, die mit ihrern Kindern durch den Regen sprangen. ... und auf dem ich ein langes Gespräch unter meinem Regenschirm mit einer jungen Frau hatte - zuerst um Geld bittend, ... dann suchend, fragen, neugierig,.. verstrickt in Drogen & Alkohol.. Perspektivlos und doch voller Träume (sie wäre gern Tierärztin.. möchte verletzte Tiere gesund pflegen..)... mit überlebten Suizidversuchen.. sie mag Würzburg - vor allem die Kultur (U & D, Afrikafestival, Kiliani,..)... und sie glaubt an eine höhere Macht.. sie wollte wissen, was und wen ich mit Gott meine... .... neben uns rennen Menschen vorbei, gebückt unter Regenschirmen... meine rechte und ihre linke Seite werden immer nasser - der Schirm war nicht groß.

Am Ende unseres Gespräches verraten wir uns noch unsere Namen.. und wünschen uns "alles Gute"...
Ich konnte Jesus in ihr sehen. Und ich bete, dass sie ihn in mir sehen konnte... Ich bin beeindruckt von ihrer Stärke und Mut; betroffen von ihrer Not und sehe Hoffnung in ihrem Leben.
Es war so spannend, zu hören was die anderen auf ihren Wegen erlebt haben während sie: "betend gesehen und sehend gebetet" haben.... jeah.
Dienstag, 7. Juli 2009
Trauer. Und tiefe Achtung...
Sie ist eine Frau, die mein Leben sehr beeinflusst hat.. in deren Wohnzimmer ich ein Jahr lang immer wieder saß, mit ihr Tee getrunken habe... aus ihrem bewegten Leben gehört hab - von Siegen und Niederlagen, Vertrauen und Zweifeln.. und wo zwischen jeder Zeile und bei jedem Lächeln und jedem gütigen & liebevollen Blick, ihr Vertrauen und ihre tiefe Beziehung mit Gott spürbar war...
Eine Frau.. die Kinder in ihre Arme nahm, Abends ihre Runden durch die Neustadt drehte und bis Nachts mit Menschen auf der Strasse sprach, bete, zuhörte und erzählte... die 100% im Hier & Jetzt lebte und 100% Gott sah & die Ewigkeit in ihren Augen sichtbar war... eine starke Frau, voller Mut und Vision, die sich täglich schwach & verletzlich machte, um Menschen zu dienen und sie zu lieben..
... zu Recht nennt man sie "Mutter Teresa von Dresden"....

*****T R A U E R*****
und DANK... ihr Herz kennengelernt zu haben... an ihrer Vision mitzubauen... und jetzt aus der Ferne zu sehen, wie ihre ausgestreuten Samen wachsen... DANK, dass Gottes & ihr Traum lebt. Und sie Jesus jetzt von Angesicht zu Angesicht sieht.
Freitag, 26. Juni 2009
witzige aktion: Flashmob
Gibt's nicht in Würzburg auch was, wo wir mal so ne witzige Aktion machen könnten? :-)