Montag, 13. Oktober 2008

Reich-Ranicki: Eklat oder Lichtblick?

..Wer ihn vorher nicht kannte, weiß spätestens seit Sonntag abend um seine Existenz. Zur Deutschen Fernsehpreisverleihung in Köln lehnt der Literaturkritiker seinen Ehrenpreis ab..
Nach einem langen Abend wird er aufgrund seiner geäußerten Unruhe früher als geplant auf die Bühne geholt in der Hoffung, auf "eine kleine Spitze gegen das Fernsehen und ein großes Danke".. was kam war: "ich kann das nicht annehmen..."

In einem Interview äußert er später:
"Leider bin ich dann auf einen Skandal nicht weiter eingegangen, auf den Skandal nämlich, dass Kultur und Bildung an diesem Abend kaum erwähnt wurden. Kultur kommt im deutschen Fernsehen so gut wie gar nicht mehr vor."
(Quelle: http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E1B70FFD6B6BC40189C2A2893F32AA084~ATpl~Ecommon~Sspezial.html )

Was mich an seiner Geste so fasziniert, ist sein beispielhaftes Verhalten, recht unerwartet und selbstlos "gegen den Strom" zu schwimmen, für seine Werte zu stehen und dafür unter sprachlosem Staunen der Zuschauer von der Bühne abzutreten, in der Hoffnung, die Öffentlichkeit aufzurütteln... Oder war alles nur eine Inszenierung eines 88-jährigen Kritikers?

Wir dürfen gespannt sein, auf die spontan von Thomas Gottschalk vorgeschlagene Diskussionsrunde, zwischen Reich-Ranicki und den ZDF-Programmdirektoren - 22:30 Uhr am 17.10. "Aus gegebenen Anlass"...


Weitere Gedanken bei Daniel: http://danielehniss.de/2008/10/13/qualitaet-des-fernsehprogramms/

15 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die Geste ist sicher bemerkenswert. Die Kritik ist sicher auch berechtigt. Aber frist hier nicht die Revolution ihre Kinder? Reich-Ranicki wurde meines Wissens nach durch das "Litherarische Quartett" der breiten Masse bekannt. Diese Sendung war schon damals nicht zur Primetime sendbar, und heute noch weniger.
Fernsehen ist ein Massenmedium. Der Wurm muss bekanntlich nicht dem Angler schmecken, sondern dem Fisch. Und Fernsehen (der öffentlich-rechtlichen Anstalten) ist inzwischen auch von Einschaltquoten abhängig (wie die Privaten). Es reicht einfach nicht, jemanden vor die Kamera zu setzen und "Kultur zu verbreiten". Das Publikum ist anspruchsvoller geworden. Genauso wenig kannst Du Dich in brauner Kutte vor den Hauptbahnhof stellen, etwas von Jesus erzählen und erwarten, dass sie dir glauben und folgen. Viele halten Dich erstmal verrückt. Du musst Sie dort abholen, wo sie sind, vielleicht sogar "angepasst". Dann wirst Du in der Anfangsphase akzeptiert und du wirst überhaupt gehört.
Bestes Beispiel: Gehe mit Anzug und Krawatte (Du darfst natürlich in Hosenanzug gehen ;-) ) zu einem Empfang oder Vortrag - schon wird dir zugehört, weil Du Seriosität wiederspiegelst. Versuche das gleiche in ausgefranzten Jeans, langen Haaren und verwaschenem Sweatshirt - Du wirst als Öko oder Spinner abgestempelt. So ist unsere Gesellschaft.

Aber die Geste, da gebe ich Dir recht, verdient Respekt! Nur ist er nicht wie der Rufer in der Wüste? Integrität ist leider kein Ideal unserer Gesellschaft mehr. Auf der anderen Seite wäre es "aufgrund des aktuellen Anlasses" (um im Jargon des ZDF zu bleiben) dringend notwendig, solche Tugenden wieder zu fördern.

Kerstin hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Kerstin hat gesagt…

Hallo Anonym,
du stellst gute Fragen!
Wie "angepasst" ("den Griechen ein Grieche,..") muss ich werden, um gehört zu werden und zu beeinflussen? Und ab wann verliere ich meine Integrität? Oder sagen wir Glaubwürdigkeit? Und wie sieht es dann aus, wenn Jesus uns als Licht in der Welt bezeichnet (und nicht, überspitzt gesagt, als "erlöscht Lampen, die sich erstmal der Dunkelheit anpassen, um diese abzuholen")?
Wie stellst du dir vor, solche Tugenden wieder zu födern?

Anonym hat gesagt…

Hallo Kerstin,

tja, du stellst auch gute Fragen.

Ich denke, Anpassung sollte sich erstmal auf das Äußerliche konzentrieren. Integrität zeigt sich in Worten und Taten. Glaubwürdigkeit erkenne ich, wenn jemand einmal authentisch das lebt, was er sagt. Und wenn er das gleiche Thema sinngemäß in mehrfacher Hinsicht GLEICH ausführt.

Praktisches Beispiel, als Streetworker wird dein Erfolg nicht so groß sein, wenn Du in Anzug und Krawatte auftauchst und nicht einen gewissen Slang sprichst. Umgekehrt wird der "Öko" in der Wirtschaftswelt nicht gehört, wenn er sich den Konventionen nicht anpasst. Ein aktuelles Beispiel ist für mich die Memo AG, ein aktiennotiertes Unternehmen, das es aber geschafft hat, die auseinander klaffende Schere zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Ökologie zu erreichen.

Was aber knallhart unverfälscht sein sollte, ist die Botschaft. Ich denke, es geht um den Spagat, dein Gegenüber nicht sofort zu verprellen. Bei der christlichen Botschaft wird da meiner Meinung nach manchmal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Jemanden mit " No sex", "Gib Dein Leben auf und lass Gott regieren" zu überfallen, wird erstmal Blockade erzeugen und behindert dich in deiner (Missions-)Arbeit. Erstmal das freiwillige Angebot Gottes in den Vordergrund stellen oder die praktische Auswirkung (warum du das machst), ist sinnvoller. Im Nachgang dann immer verbindlicher und konkreter werden, wenn Du merkst, dass ein Umdenken begonnen hat. "Das System von innen verändern".

Wobei ich zugeben muss, dass ich für mich da immer im Spannungsfeld bin, zwischen "sei offen für Neues und lass Dich korrigieren" und "Ich habe mir eine Meinung gebildet und halte daran fest, aus Prinzip". Für mich ist ersteres einfach der Anstoß, mich und meine Ansichten zu überdenken. Zweiteres ist hilfreich, seinen Weg zu gehen. Aber was nutzt das Gesetz/Prinzip, wenn es Leben löscht? Ich für mich bemühe, erstmal die Klappe zu halten und zu reflektieren, was wird da an mich herangetragen. Aber es gelingt mir zugegebenermaßen auch nicht immer.

Dazu kommt noch, dass wir häufig mit Projektionen durch die Welt laufen, die den Eindruck verfälschen. Stromberg hat es mal treffend formuliert: Ein Wolf, der im Wald einen anderen Wolf trifft, sieht nur einen Wolf. Ein Mensch, der im Wald einen Wolf trifft, sieht nur einen Mörder. Wie oft sehen wir nur den Mörder und nicht den Menschen hinter dem ersten Eindruck, der aufgewachsen ist und Erfahrungen für sich gemacht hat? Es ist eine ewige Aufgabe für mich.

Als "dunkle Lampe" anzufangen, halte ich nicht für sinnvoll. Ich weiß nicht mehr die Stelle, aber sinngemäß "Geht hinaus und seid Licht, denn Licht erhellt die Dunkelheit. Licht wird immer heller strahlen, als das Dunkle." Und "wer sich dauernd mit dem Bösen abgibt, auf den wird irgendwann das Böse auch abfärben." Das sind doch klare Aussagen.

Ich kann das alles leider nicht so glaubenstechnisch unterfüttern, wie du, weil ich noch nicht so lange im Glauben stehe. Aber der Weg ist bekanntlich das Ziel.

Ich finde es übrigens sehr mutig von dir, Deine Diplomarbeit/Abschluß zu schreiben, bei dem Du noch nicht weißt, wohin er dich ins Erwerbsleben führt. Und das Gott zu überlassen. Soweit bin ich noch nicht. Meine Hochachtung.

Kerstin hat gesagt…

Hi Anonym,

du scheinst mich ja besser zu kennen - ich würde schon gern deine Identität wissen.. :-)

Ich stimme dir zu, das für mich angepasst sein auch mit dem Äußeren zu tun hat, das Innere dabei aber "echt" bleibt. Trotzdem entsteht dadurch für mich immer wieder eine (nicht aufzulösende) Spannung - denn ab wann beeinflusst mich das "Äußere" doch innerlich mehr als mir lieb ist? Und vielleicht bemerke ich das ja gar nicht "bruchartig", sondern es geht ganz langsam?!
Leider sagt mir die Memo AG nix.. ;-)
Ist "die Botschaft" für dich "unverfälscht"? Ich erlebe das auch immer wieder als Spagat, denn was ist mit der Kultur damals-heute? Mit der Gesellschaft? Mit Bibelübersetzungen? Und der eigenen "Weltbildbrille"? Der eigenen Biografie?.. alles das kann ich ja nicht "von außen" betrachten..

"Glaubenstechnisch unterfüttern"--- mhh.. ich hoffe du erlebst mich nicht so "technisch", weil ich selbst viel mehr Fragen als Antworten hab.. aber falls du Höhen und Tiefen im Glauben meinst. Angst und Getragen-werden. Begegnung mit Gott und Wüste. Aufbruch und Zerbruch. Dann stimmt, was du sagst..
_Kerstin

P.S. Mit dem Abschluss.. ich vermute es geht nicht darum "soweit zu sein" - sondern wenn ich Gott mein Leben gebe und frage, was er damit machen möchte, dann den Weg zu gehen, den er zeigt (und dabei auch immer wieder Angst zu fühlen - wirklich!).

Anonym hat gesagt…

Hallo Kerstin,

ich war inzwischen schon fast soweit, meinen Beitrag in Frage zu stellen. Ich hatte das ganze eher vom psychologischen Standpunkt aus geschildert (auch wenn ich Laie bin). Wenn ich sehe, was Dich bewegt (ich habe mal in deinem Blog weiter geschaut), dann ist es eher die Emergent-Bewegung und deren Umsetzung. Ich denke, vor diesem Hintergrund hast Du die Frage an mich gestellt. Und das ist leider nicht meine Welt, mein Horizont erstreckt sich gerade auf Christ-sein, Partnerschaft leben (als Christ), als Christ leben in einer wirtschaftlich orientierten Umwelt, und und und ... Mein Focus ist folglich eher auf meine Bedürfnisse ausgerichtet, weniger den "Glauben weiter tragen".

Aber zu deiner Frage, wann findet Veränderung statt, ohne das wir es merken? Schleichende Veränderung ist das Gift, weil wir es nicht richtig merken. Bei Eva und der Schlange war es auch keine direktes Infragestellen von Gott, sondern nur die Frage nach der Richtigkeit des Verbotes (vom Baum zu essen). Zweifel wurden gesät und das Ergebnis kennen wir.

Hilfreich in dem Zusammenhang finde ich, regelmäßig Auszeiten zu nehmen und sich zu hinterfragen. Dann merke ich, wie mir Dinge plötzlich klarer werden, wo ich erkenne, was nicht richtig (im Sinne Gottes) läuft. Manche lesen Bibel, ich gehe meist einfach spazieren oder in den Wald. Manche sagen, es sei der heilige Geist, der wirkt, ich weiß es nicht. Jedenfalls bemerke ich Veränderung. Und bisher fuhr ich damit ganz gut.
Der Punkt ist, alles ist im Fluss, im positiven, wie im negativen. Wenn ich an mich denke und meine Veränderung im Geiste, so haben mich einschneidende Erlebnisse zu sprunghaften Entwicklungen geführt. Durch die Vorbereitung des Glaubens weiß/glaube ich heute, dass es einen tieferen Sinn hatte. Wenn ich Gott als allmächtig akzeptiere, dann macht es Sinn, wenn er mich prüft. Ich vertraue darauf, dass er mich nur soweit prüft, wie ich es vertragen kann. Und wenn ich es verarbeitet habe, erkenne ich das Warum und kann weitergehen. Ich habe das mehrfach inzwischen gespürt und kann ihm und mir inzwischen vertrauen. Du/ich wirst "intuitiv" immer wieder Denkanstöße bekommen, nach denen man ins Grübeln kommt und sich hinterfragt. Solange dieser Mechanismus klappt, bist du denke ich nicht in Gefahr, dich ins Negative zu verändern. Erst wenn du dich als unfehlbar und "sicher im Glauben siehst" beginnt das Problem.

Mir hilft dabei (ich bin ja nur ein Kleingeist) das wenige, was ich versuche an Gott zu verstehen: Die 10 Gebote und ihre Auslegung in der Bergpredigt. Über allem steht aber das allumfassende Thema Gottes: Liebe. Wenn ich versuche die Dinge in Liebe zu sehen, bekomme ich einen Eindruck davon, wie Gott es sehen würde. Und der dritte Punkt ist folgende Tatsache: Gott (Jesus) kam auf die Welt um uns zu dienen. Liebe und dann Dienen sind die zentralen Themen in meinen Augen. Wenn wir ihm nachfolgen wollen (was wir ja auf unsere Fahnen schreiben), müssen wir genau das tun.

Für mich ist das auch eine Diskrepanz, der ich mich immer wieder ausgesetzt sehe: Kultur, Gesellschaft, Weltbildbrille ... Ich denke manches Mal (auch initiiert von anderen Christen), "das darfst du nicht", "das ist nicht biblisch" ... In Römer 12 gibt es eine Stelle "Freut euch mich den Fröhlichen und weint mit den Weinenden". Da steht natürlich noch etwas mehr 15-18. Die Stelle wird gerne für Leute ausgesprochen, die entsendet werden. Die Stelle finde ich sehr gut. Sie zeigt mir auch eines, wir dürfen fröhliche Christen sein, Gott lässt uns auch mal Fünf gerade sein. Wenn wir uns dauernd fragen, was darf ich und was nicht, dann wird es gesetzlich. Wir vergleichen ja unser Verhältnis immer als Vater-Kind. Du hast die Erfahrung noch nicht, es trifft den Kern meiner Meinung nach sehr gut. Wenn ich meinen Sohn betrachte, verstößt er immer wieder gegen irgendwelche Regeln, die ich ganz klar begründen kann. Aber, wenn ich seine Freude oder seine Liebe an mich sehen kann, lass ich es laufen. Solange es in einem Rahmen bleibt, ist es in Ordnung. Die Regeln werden auch nicht verwässert, sondern immer wieder klar gezogen. Ich bin mit Sicherheit kein antiautoritärer Vater. Mir ist es wichtig, was sieht das Vater-Herz? Liebe kann sich auch in einer Strafe ausdrücken, ähnlich wie mein Vater mir manches Mal den Hosenboden versohlt hat. Güte und Gnade sind gute Eigenschaften, die auch Gott uns gegenüber bietet.

Ich erlebe Dich nicht "technisch". Ich meinte das mehr mit Hintergrundwissen, Bibelstellen, Auslegungen ... Ich finde, du hast ein großes Herz, sonst könntest du dich nicht für Emergent so einsetzen. Ich wünschte für mich, ich hätte mehr Wissen, wie Du. Bei mir fußt vieles auf Beobachtung, Hören und Nachdenken.

Mit dem Abschluss meinte ich es etwas anders. Du hast dein Leben gegeben und vertraust darauf, dass er macht. Das könnte ich nicht. Ich sage von mir, ich versuche mein Leben zu übergeben, möglichst viel in seinem Sinne zu machen, aber beispielsweise zu sagen "ich breche hier die Zelte ab und gehe nach Afrika, um zu missionieren", das kann und will ich gar nicht zulassen. Da ist meine Angst einfach zu groß. Auch wenn ich weiß, dass ich damit zu ihm kommen kann. Er ist auch der einzige, der das verstehen kann. Ich wünsche dir, dass du immer wieder die Kraft bekommst, deine Ängste auszuhalten und damit umzugehen. Vergiss nicht, er mutet uns nur soviel zu, wie wir aushalten können. ER lässt uns nicht zerbrechen! Ich verstehe dich mehr, als du glaubst.

Du willst wissen, wer ich bin? Ist das wichtig? Ich finde es interessanter, mit Dir zu diskutieren. Du weißt, der Wolf im Wald ... Die Informationen, die ich aufnehme, stehen alle auf Deinem Blog, ein Grund warum ich nichts blogge. Wenn es dir wichtig ist, löse ich es auf oder nenne wenn es dir lieber ist, eine E-mail-Adresse.
Aqu.

Kerstin hat gesagt…

Hallo du,
was meinst du denn mit "ich bin ja nur ein Kleingeist"?
Das ich Jesus mein Leben gegeben habe, ist für mich noch bisschen anders, als du es beschreibst. Ich bin so aufgewachsen (erzogen), dass ich auf das reagiere, was "Gott in mein Leben schickt", allerdings ohne so richtig zu fühlen, was ich WILL. In den letzten Jahren habe ich das mehr und mehr gelernt. Grundsätzlich habe ich also gesagt, ja, ich möchte Jesus nachfolgen.. und gleichzeitig erlebe ich immer wieder, das er mich fragt - was stellst du dir diesbezüglich vor? Magst du mir das alles mal sagen? Und willst du hören, was ich [Gott] dazu denke und für dich habe? --> d.h. es ist für mich zutiefst ein Miteinander, eine Beziehung. Wo ich sagen darf, was ich will, wofür mein Herz schlägt. Aber auch vertrauen lernen darf und meine Wünsche wieder loslassen. Und bzgl. deinem Beispiel: nach Afrika will ich auch (momentan) überhaupt nicht! ;-)
Was würdest du denn gerne Wissen? Was hast du für Fragen?

Nein, du brauchst nicht verraten, wie du heißt. Wie und wer du bist, wird ja hier nach und nach sichtbar..

_Kerstin

Anonym hat gesagt…

Hallo Kerstin,

Was habe ich für Fragen? Eine Frage treibt mich seit einigen Wochen, aber seit dem Wochenende besonders herum: In wieweit dürfen/können wir Gottes Willen ignorieren? Der Hintergrund ist folgender: Ich habe zu einem bestimmten Sachverhalt ein klares Zeichen "Pro" von Gott erhalten. Nach einiger Zeit bekam ich eine Botschaft, die der ersten zwar nicht grundlegend entgegen steht, aber entweder "Aus" bedeutet oder "Zeit lassen". Und zum WOE "Kurskorrektur" UND "Abwarten". Einmal ist es schwierig für mich, zu erkennen, spielt die Psyche mir einen Streich oder ändert Gott seine Meinung? Oder konnte ich es einfach nicht erwarten und habe zu früh mehr getan, als ich sollte? Prinzipiell kann ich Gott trauen und weiß bestätigt, dass er Sachen zu mir sagt. Die Frage für mich geht dahin, ich könnte mich auch komplett Gottes Zeichen entgegenstellen und etwas machen, was ich gerne würde, aber wo ich noch kein Zeichen/Botschaft habe. Wie kann ich das ergründen?

Mit Kleingeist meine ich, Du weißt einfach viel. Du glaubst viele Dinge. Ich nicht. Ich tue mir in einigen Punkten noch schwer. Und so manches Mal ertappe ich mich, die Zeit der Unkenntnis herbei zu wünschen, als ich mir einfach bestimmte nicht Gedanken machen musste, sondern einfach gelebt habe.

Meine Entwicklung war genau anders herum. Ich bin aufgewachsen mit der These "Ordne dich unter, du bist nur als Leistungsträger etwas wert". Entsprechend war mein Selbstbewusstsein unterentwickelt und ich wollte allen gefallen. Relativ spät begann ich dagegen aufzustehen und auf mich zu hören. Das war auch die Zeit, als ich mit Gott wieder in Berührung kam. Erst zögerlich aber immer mehr. Nach dem "Aufstehen" wurde ich selbstbewusst, nach dem Motto "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied" begann ich für mich zu "Arbeiten", mich auszubauen, Abzuheben ... Damals hat mich eine gute Freundin im Streitgespräch bereits einmal versucht aufmerksam zu machen, dass es so nicht allen Menschen geht. Ein einschneidendes Erlebnis riss mich dann radikal zurück. Plötzlich konnte ich Empfindungen spüren, für die ich vorher blind war. Ich denke, das war Gottes Hand, die mich aufrüttelte.

Deine Schilderung "IHN um Rat zu fragen", ist für mich ein neuer Ansatz. Musste da auch etwas erst drüber nachdenken. Ich bin bisher mehr mit Bitten gekommen. Ist ein schmaler Grat, zwischen nicht übermütig werden und Demut. Wann darf ich einfach Spaß haben und wann wird es ungesetzlich? Ich erlebe so viele Christen, zwischen beiden Extremen, wo bin ich da richtig? Was ist das gottgefällige Leben, ohne dass ich wieder eins übergebraten bekomme? Momentan habe ich eher das Bild des strengen Vaters vor mir (wenn ich an Gott Denke), als des Freundes. Widerspricht sich etwas meinem letzten Post, aber alles ist ja im Fluss. Entschuldige, habe gerade Depri-Phase.

Ich will Dir folgendes Erlebnis noch erzählen. Ich bin letzte Woche morgens zur besten Rushhour mit der S-Bahn gefahren. Nach einiger Zeit stiegen ein ca. 10jähriger Junge und ein älterer Mann ein und setzten sich mir gegenüber. Aus dem Gespräch, das rund 20 Minuten dauerte, entnahm ich, dass der 70-80jährige der Großvater des Jungen war, gleichzeitig der Vater der Mutter. Die Mutter lebte alleine, hat(te) mehrere Partner und der Kindsvater hatte eine neue Familie mit einer anderen Frau gegründet. Normalität leider heute.

Auf der Hälfte der Strecke stand der Mann auf und bot seinen Platz einer Frau an. Was mich an dem Mann beeindruckt hat, war seine spürbare Güte zu dem Jungen. Es kam während der ganzen Zeit kein böses Wort über seine Tochter oder den Vater über seine Lippen, obwohl ich merkte, dass die Tochter Anlass zur Kritik gab und der Kindsvater anscheinend auch nicht zu den Vorbildern meines Geschlechts zählt. Aber es kam nichts. Wenn ich an meinen Vater denke, den ich für herzensgut halte, was er trotzdem für Spitzen gegen meine Ex-Frau loslässt oder ich selbst ...

Wir sind dann zusammen am Ostbahnhof ausgestiegen, um den ICE nach München zu nehmen. Bevor sich unsere Wege trennten, habe ich ihn gefragt, wo er so eine Güte gelernt hat. Er meinte, er gehöre dem Bruno-Gröninger-Freundeskreis an. Ich kenne den jetzt nicht, gehe aber davon aus, dass es ein christlicher, charismatischer Kreis ist.

Auch das Aufstehen. Es ist sicher heute normal, dass niemand mehr aufsteht. Was mich so beeindruckt hat, wie ich vorgeführt wurde. Ich las gerade ein Buch, das vom Dienen handelt, dass wir es im Alltag einbauen sollen. Und was habe ich gemacht? Ich habe meine Nase immer tiefer in das Buch gesteckt, um nicht bemerken zu müssen, da muss jemand stehen, der älter ist. Und ich wußte, dass ich die nächste Zeit im Zug sicher sitzen kann. Ich kam mir regelrecht beschämt vor.

Genau da sitzt der Stachel, wir können durch kleine Handlungen das Reich Gottes auf Erden verwirklichen. Wir müssen es nur tun und zwar hier und jetzt, nicht morgen und nicht in Afrika, sondern mitten unter uns. Denn da war Jesus ja auch - mitten unter den Menschen. Das ist ein Spannungsfeld, wo ich immer wieder reintappe. Ich hoffe auch darauf, dadurch dass ich das Problem erkannt habe, dass ich befreit werde.

Du hast gefragt, wie wir die Gesellschaft verändern können. Ich denke, es sind die kleinen Gesten, die Veränderung bewirken. Und damit wären wir wieder beim Ursprung: Eine Geste, aufrecht gezeigt, regt andere zum Nachdenken an.

Auch wenn Du sicher bald weißt, wer ich bin, ziehe ich es vor, hier anonym zu bleiben. Hat nichts mit Dir zu tun.
Aqu.

Kerstin hat gesagt…

Hi Du,
sehr sehr gute Fragen! Leider gibts keine klaren Antworten... ich glaube, dass Gott uns bewusst Freiheit gibt - sonst gäbe es auch keine Liebe. Damit meine ich, dass wir uns "Pro" oder "Contra" Ihn entscheiden können. Und beides wird "Konsequenzen" haben.. teilweise natürliche. Und teilweise unsichtbare. Und teilweise werden sie nicht spürbar sein, da Gott ja Gnade ist (und meine Unvollkommenheit genau kennt).
Und das ist ja erstmal nur die Verbindung GOTT - ICH. Wenn dann noch eine andere Person dazu kommt, gibt es noch mehr Ebenen: GOTT- ER/SIE und ICH-ER/SIE. Und dann wird es richtig kompliziert.. ;-))
Das heißt z.B., ich kann von Gott ein "Pro" für mich erhalten, das bedeutet aber noch lange nicht, dass der Andere auch eines hat... oder anders herum, jemand kann von Gott ein "ja" hören, aber ich selber habe ein "nein". Warum auch immer....
Ich glaube, du kannst es nur in einer engen Beziehung (Zeit) mit Gott ergründen.. denn ich weiß von mir, dass ich garantiert nicht durch Druck/ Erwartungen von "Contra" zu "Pro" komme. Oder anders herum.
Aber trifft das deine Frage?!

Mit der Unkenntnis herbei wünschen, dass kenne ich. Manchmal bin ich so wütend, dass ich soviel weis bzw. erkannte habe. Das macht es nicht einfacher.

Wegen dem Bild von Gott.. ich ermutige dich, schau doch mal, wie Gott in der Bibel beschrieben wird. Eine Idee wäre z.B. wenn dich die Eigenschaft "Güte" so anspricht, dann kannst du z.B. mal auf http://www.bibleserver.com/ den Suchbegriff eingeben und lesen, was es dazu für Bibelstellen gibt.. denn ich würde auch niemanden um Rat fragen bzw. etwas als "aus Liebe" und "Für-mich" annehmen können, wenn es ein "strenger Vater" sagt...

Joaa.. ab dem 3. Post hatte ich eine Vermutung, wer du bist. Inzwischen ist es gar nicht mehr so wichtig für mich. Anonym ist ok.

Anonym hat gesagt…

Hallo Kerstin,

Trifft das meine Frage? Mmh... Jaaah! Treffer-versenkt.

Was meinst Du zu "Wenn du etwas liebst, lass es ziehen"? Liebe ist Freiheit? Eigentlich logisch. Und doch können wir es nur schwer leben.

Du kannst es besser ausdrücken. Aber genauso ist es. Ich habe die Tage noch darüber nachgedacht. Eine gute Freundin hat mich letzte Woche auch mehr auf "Heilung bei Verletzung" gebracht. Möglicherweise habe ich das "Pro" auch anders verstanden, als es gemeint war. Bzw. es bezog sich auf eine andere Ebene. Oder die Zeit war einfach noch nicht reif. Momentan geht mein Focus sowieso in eine andere Richtung, mehr die Beziehung zwischen IHM und mir. Mich.

Ich hatte gestern noch ein Gespräch mit einem Freund. Er ist so ein bischen ein Mentor für mich in Glaubensfragen. Von deiner Antwort wußt er nichts. Er meinte auch, Bibel lesen und ergründen, ob die Aussagen konsistent ist. Er ermutigte mich Loggos zu lesen und Rhema zu suchen. Genau da steckt ja mein Dilemma: Rhema(ta?) habe ich schon mehrere bekommen, und die wiesen alle in Richtung "Pro". Ich wollte wahrscheinlich zu viel zu schnell. Vielleicht wieder eine Bremse, damit ich nicht so vorwärtsstürme.

Er meinte auch, es sei völlig normal, dass nicht alles bei mir perfekt sei. Ich müsse mich freimachen, von dem Gedanken, erst einen Status zu erreichen und dann könne ich vor Gott Christ sein. Er hat mir Dinge von sich geschildert, da dachte ich "Ups, wenn er nach mehreren Jahren damit noch gekämpft hat, dann habe ich eigentlich mit meinen paar Monaten als Christen-Baby noch alle Zeit der Welt". Manche Dinge würden sich von Gott alleine lösen, auch wenn wir es nicht verstehen oder gerne etwas machen wollten. Da steckt halt meine Prägung noch drin, machen wollen.

So langsam komme ich auch mit dem Gedanken "Berufen" zurecht. Mein Freund meinte, ich solle es mal so betrachten, ich habe habe Erkenntnis bekommen und sei berufen, mit allen meinen Fähigkeiten, an Gottes Reich mitzuarbeiten. Und damit geht es mir auch ganz gut; ich dachte eine Zeit lange, ich müsste mich in eine christliche Uniformität pressen. Ich denke, so langsam finde ich meinen Weg. Oder er wird mir gezeigt ;-)

Das mit Gottes Bild war wahrscheinlich eine kleine christliche Idenitätskrise. Die Geschichte in der S-Bahn war mit Sicherheit kein Zufall.

Das mit der Bibel ist ja cool. So etwas suche ich die ganze Zeit und dachte schon, ich muss mir so eine Rechner-Version für 300 EUR kaufen.

Ich hoffe, es ist für Dich ok, wenn wir hier diskutieren. Ich habe bisher einfach kein Forum gefunden, wie ich solche Fragen richtig im Zwiegespräch klären kann. Da suche ich noch. Das mit dem Freund ist ok, aber ich will mehrere Standpunkte kennen, damit ich nicht einseitig werde.

Ganz anderes Thema. Du warst ja auf dem Freakstock. Was ich so bisher im christlichen Bereich musikalisch mitkriege, bewegen sich christliche Bands mehr im Rockbereich ("Jeder Christ ein Gitarrist" ;-). Hillsong ist super, aber ich will Abwechslung. Und mein Herz geht nun mal bei Trance auf. Gibt es auch Bands oder Künstler im Techno/Trance/Dance/House? Macht natürlich nur Sinn, wenn mit Text oder die Einstellung des Künstlers gefragt sind. Wie sind da deine Erfahrungen?

Was macht eigentlich deine Arbeit? Über welches Thema schreibst du?

Aqu.

Kerstin hat gesagt…

Hey Aqu,
Liebe ist Freiheit. Ja - 100% trifft das wohl nur auf Gott zu. Ich empfinde es wie du: extrem schwer. Es gibt für mich kaum etwas härteres, als die Menschen loszulassen und mich immer wieder neu mit ihrer Nähe beschenken zu lassen, die ich liebe. Und rein menschlich hat "Liebe" für mich auch fast ausschließlich was mit "Abhängigkeit", "Angst", "Egoismus" zu tun.. Das ist mit der Liebe von Gott schon etwas anders..
Und das kuriose und gleichzeitig unendlich Schöne ist, dass Gott uns genau so unvollkommen liebt. Mit dem "extrem schwer" und "regelmäßig Scheitern",..
oder wie es dein Freund gesagt hat, nicht perfekt. nie perfekt, aber genau darin bist du + ich + jeder Mensch 100% geliebt + angenommen + gewollt von Gott.

Ich freu mich voll, dass du GOTT + gleichzeitig DICH entdeckst!! Weil es geht wirklich nicht um einen "Einheitsbrei"... sondern zutiefst um Individualität - d.h. deine Gaben & Fähigkeiten, deine Sicht der Welt, deine Biografie - in Beziehung zu Gott und dann auch zu anderen Menschen. Und genau damit verbreitest du Gottes Reich - in deiner Familie, unter deinen Freunden, in deiner Gemeinde, auf Arbeit, bei Aldi oder Aral...
:-)
Denn, wenn Gottes Geist in uns lebt (oder nenn es "Licht in uns ist", etc), verändert das nicht schon jegliche Begegnung und Atmosphäre?

Ja herrlich!!! Ein Christ der gerne Trance hört! *freu* Willkommen unter den wenigen existierenden Exemplaren dieser Rasse.. ;-))
also, erstmal gibt es seit 3 Jahren auf dem Freakstock den sogenannten Rocket-Club... da legen dann halt verschiedene DJ's Techno, House und Drum&Base auf. Ich kenne einige wenige DJ's die Christen sind und selber life dann solchen Techno/ Trance auflegen. Als Platten ist mir bisher nur "The Move", von Michael Farrington alias Thomas Kloepfe, in die Hände gekommen. Auf der Internetseite von http://www.technochrist.de/ stehen auch 4 CD's - sind geschmackssache, aber hör doch mal rein( http://www.christianrockt.de/out.php?id=36&id_2=1 oder http://www.freakstyle.de/oxid.php/sid/x/shp/oxbaseshop/cl/details/cnid/33845548d0c5822a4.99920165/anid/106451e564163c866.48432055/Technochrist---Way-to-God/)

Viel Spaß.. :-) Meine Erfahrungen sind - ganz ehrlich - das da noch viel Potential ist, um qualitativ guten Techno/ Trance zu produzieren, und nicht "nur" christliche Texte unter langweilige Melodien zu legen (und ich sage damit nicht, dass ich es besser könnte. Aber in der säkularen Szene gibt es sehr genialen Techno/Trance). Von daher hör ich überwiegend "nicht"-christlichen oder life dann von Christen die DJ's sind.

Aber was noch nicht so doll ist, kann ja noch werden.. vor allem dann, wenn es immer mehr Leute gibt, da überhaupt danach fragen!

Arbeit geht so Stück für Stück voran. Thema kann ich dir hier öffentlich leider nur grob nennen: es geht um die Zusammenhänge von der Beziehung zu Gott - erlebten Trauma - und der Bindungstheorie. Sagt dir jetzt wahrscheinlich wenig, macht aber nix ;-)

Anonym hat gesagt…

Hallo Kerstin,

Alles verändert sich mit Gott. Ich habe mich ja auch verändert! Aber es ist doch auch schön, oder?

Wie Du das mit der menschlichen Liebe meinst, verstehe ich nicht so ganz. Beziehst du das auf Liebe, die du von anderen Menschen bekommst oder die du gibst? Ich nehme an, die, die Du geschenkt bekommst. Es ist sicher ein schmaler Grat, dass der Mensch seine Liebe nicht ausnutzt beim anderen. Auf der anderen Seite, hat derjenige dann Liebe wirklich verstanden, also bedingungslos in reinster Form? Ich denke nicht. Ich will niemanden verurteilen, bestimmte Verhaltensmuster lassen sich von heute auf morgen nicht eliminieren. Du kannst abrutschen, aber wenn du wirklich liebst, merkst du doch, wenn etwas nicht stimmt, krankt. Und dann ist Selbstprüfung ein Weg, sich zu bessern. Demütig seinen Fehler bekennen... vor Gott, vor dem anderen, wenn es möglich ist. Gottes Liebe zu uns ist doch auch unendlich gütig, wir fallen dauernd und er hält uns immer wieder seine Hand hin. Neulich habe ich dazu eine starke Predigt gehört.

Ich war schon mal nahe dran. Eine gute Erfahrung, auch wenn sie enttäuscht wurde. Ich sehe Liebe als Ideal, als Vorbild. Wie sollst du sonst die Widrigkeiten des Unwetters überstehen? Beziehung ist Arbeit, dauernd. Ich denke, es lohnt sich trotzdem. Gott macht es ja auch und er hätte genügend Gründe sich frustriert abzuwenden.

Oje, soo schlimm? Ich war mir eine Weile auch nicht sicher, ob der Bereich Musik überhaupt zum Christsein passt. Was bei der Loveparade abgeht, ist ja nicht wirklich prickelnd. Die Links sind gut, Technochrist taugt mir was, wobei mir von "way to god" nur ein paar Lieder wirklich gefallen. "The Move" ist nicht schlecht, schön lang ... Mal sehen, bald ist ja Weihnachten ...Wenn du beim iTunesstore nach technochrist suchst, kommst du zu "Proteus". Das ist eher die andere Fraktion. Für mich muss Melodie dabei sein, Klangbilder, "Mellomania", wenn Dir die Reihe was sagt. Werde mal überlegen, wie ich im Sommer zum Freakstock stehe; scheint mir etwas rustikal ;-)) Was heißt hier "wenigen existierenden Exemplaren"? Das ist Individualität!

Wenn ich das Thema der Arbeit richtig interpretiere, macht es mir Angst. Ich habe innerhalb der letzten 12 Monate gleich 3 Menschen kennengelernt, die genau das erfahren haben, ohne dass ich beruflich mit dem Thema zu tun hätte. Und das ist bei uns Christen eindeutig zu viel. Bindungstheorie sagt mir grob etwas, lebe ja zwangsläufig dauernd damit ;-). Naja, wenn Du fertig bist, kannst Du mir ja das summary zum lesen geben.
Aqu.

Anonym hat gesagt…

Hör dir die Predigt von Markus an. Für mich war es, als spricht Gott mit mir oder ich mit ihm. Der Wahnsinn in Dosen! Auch die Losung heute, hammerhart.

Kerstin hat gesagt…

Hi Aqu,
ja, das ist schön.. und wertvoll.
"Liebe" - hmm, ich werd mal versuchen, meine (sehr gewagten) Überzeugungen in Worten auszudrücken. Also, ich glaube das Gott Liebe ist (Joh 17). Und damit auch, dass ALLE Liebe von Ihm kommt. Sei es in Beziehungen von Nichtchristen oder Christen. Aber dieser Liebe (Annahme, Hingabe) misstraute der Mensch ja von Anfang an (1.Mose)... und dann könnte ich dir die ganze Geschichte und das Ringen Gottes beschreibe, diese Liebesbeziehung wieder herzustellen... was wir heute (und seit 2000 Jahren) IN Jesus immer wieder geschenkt bekommen. Aber wo ich nur von mir sagen kann: ich darin immer wieder versage. Das heißt konkret: ich erlebe es, dass ich Menschen mit dieser "göttlichen" Liebe liebe (wie in 1.Kor 13). Und es kommt vor, dass ich Andere sehr egoistisch, manipulativ, etc "liebe" (weil ich halt z.B. erhoffe, etwas zurück zu bekommen oder jemanden damit verändern zu können, etc).
Und ich erlebe es, dass ich "göttlich" geliebt werde, d.h. einfach um meiner Selbst willen, mit Fehlern, Schwächen, etc. - ohne Bedingungen. Und ich erlebe es, dass ich manipulativ ge"liebt" werde, z.B. um bei dem anderen etwas zu befriedigen, damit ich helfe, ...
Ich wünsche mir jedenfalls sehr, immer mehr von Gottes Liebe geschenkt zu bekommen & andere damit zu lieben - denn ich glaube, das sind Schätze für die Ewigkeit.
Ganz schön kompliziert, dass zu beschreiben. Aber verstehst du bisschen, wie ich das meine?

Rustikal ist es... aber ist das nicht männlich?! ;-)) Oder besser: Abenteuerlich.. *lach*

Ja.. das ist die Wahrheit - viele Christen erleben da sehr viel Schlimmes. Da gibt es leider zu wenige Unterschiede zu Menschen, die Jesus nicht nachfolgen.
Paar Monate dauerts noch mit der Arbeit, aber dann..

Anonym hat gesagt…

Hallo Kerstin,

ich verstehe es nicht nur ein bisschen. Vielleicht sollten wir nicht von Liebe sprechen (ist zwischen Menschen schnell missverständlich), sondern von Agape? Du liebst, um etwas zurückzubekommen? Was ist daran falsch? Es ist menschlich. Und Du - ich - wir sind Menschen. Wir sind keine Engel. Aber wir stehen in Gemeinschaft mit Gott, wir hoffen ... neulich kam "Das siebte Zeichen". Kennst du den? Schon älter, aber einer der letzten Sätze "Weil ein Mensch gehofft hat, hat Gott die Welt (im Film) noch mal errettet", sagt Jesus (Jürgen Prochnow) zu einer Frau, die nicht glaubt, aber alles versucht und am Ende auf das Unmögliche hofft, mit dem eigenen Leben bezahlt... Fand ich einen ganz starken Satz. Umsetzung darf darf man nicht so genau anschauen, wie ich finde, aber die Aussage zählt bekanntlich.

Nimm doch Korinther wörtlich: Glauben, Hoffnung und Liebe. All das trägst Du in Dir, willst immer mehr geistig wachsen ... Soll ich Dir Absolution erteilen? Du machst das schon richtig. Schau mal, was du beim letzten Mal zur Liebe gesagt hast.

Bei mir: Gerade wieder erlebt, nur ein Bekenntnis erwartet und prompt runtergefallen und Tritt in die Magengegend. Was lernen wir daraus? Noch mehr Agape? Ich weiß es nicht. Den Menschen finden, der es wirklich schätzt und 1:1 zurückgeben kann. Oder wieder hoffen und in Liebe begegnen? Oder wieder zu Gott wenden und an seiner Liebe heil werden? Mann, es ist so schwer!

Naja, männlich ... ? ... Abenteuerlich? Sicher! Ich muss aber nicht im Schlamm robben, um Abenteuer zu haben. Vielleicht bin ich schon zu alt dafür. Zelten gehe ich gerne, aber eine gewisse Bequemlichkeit ist doch nicht schlecht. Mal sehen, es ist ja noch Zeit ...

Ich wünsche Dir viel Spaß in Erlangen.

Aqu.