Bei einer Tasse Kaffee haben mich heute einige Fragen aus dem Buch "Zeitgeist" beschäftigt. Dr. Thomas Weissenborn beschreibt da die alltägliche Situation, dass bei dem Miteinander von Evangelium und Kultur immer wieder die Kultur die Oberhand gewinnt... Die Herausforderung ist dabei, keine Kultur zum Ursprung und Ausgangspunkt des Evangeliums werden zu lassen. Loyalität einzig und allein dem Evangelium gegenüber zu leben und dadurch kulturbildend zu sein. "So wie Jesus Mensch wurde und trotzdem Gott blieb".
Wie sieht das praktisch aus? Wieviel Zeit verbringe ich damit, die Bibel zu lesen + mich mit anderen dazu auseinanderzusetzen? Bin ich so sehr von dem wie Jesus gelebt hat geprägt, dass dadurch meine Kultur umgeformt wird? Denke ich nicht viel öfter von der Kultur aus, was ich da umlenken/ verändern könnte?
Weissenborn bezeichnet Paulus seinen Umgang mit der Kultur als "missionarische Freiheit" - er war den Juden ein Jude und den Griechen ein Grieche, d.h. er lebte eine Freiheit, bei dem es ihm nicht um eine Erhaltung der Kultur ging, dennoch war er gleichzeitig bereit, diese Freiheit einzuschränken, um Anderen nicht zum Anstoß zu werden - also aus LIEBE.
Abschließend ein letztes Zitat: "Wer das Evangelium an eine Kultur bindet, verliert es."
6 Kommentare:
Deine "Selbstfragen" finde ich gut. Erinnert mich auch an das, was Markus Lägel auf der CC-Freizeit so gut gesagt hat: Geistliche Ermutigung und Erneuerung werden wir nicht in der Kultur finden, sondern bei den geistlichen Quellen.
Allerdings finde ich es schwierig, wenn beides dann gegeneinander ausgespielt wird: Nur nicht zuviel auf die Kultur einlassen (am schlimmsten verbunden mit Angstmache).
Habe erst heute ein Kapitel in einem Buch dazu gelesen, da sagen die Autoren: Es gibt ohnehin nicht das "reine", kultur- und kontextlose Evangelium, zu dem wir uns flüchten könnten. Das Evangelium kommt immer dann zum Leuchten, wenn es in die Fragen und Nöte und Hoffnungen einer konkreten Situation sprechen kann - wenn es mit der Kultur im Gespräch ist... Insofern gäbe es gar kein Evangelium OHNE Kultur.
Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.
Oder vielleicht keine Kultur OHNE Evangelium?
Mit dem Sauerteig das stimmt.. ist echt spannend.. weil das interessante ist ja, das Salz/ der Sauerteig/ das Evangelium wird zwar untergemischt und verändert dadurch alles. Aber es behält doch seinen Charakter, sonst hätte es sich ja neutralisiert. Oder?
Das heißt für mich, es ist 1. wichtig, dass Salz/ Sauerteig/ Himmelreich (Evangelium?) erstmal überhaupt so konkret anders da ist. Und 2. wie du schreibst, Alex (Welches Buch ist das denn?), kommt es dann zum Leuchten/ "Schmecken", wenn es in der Kultur gelebt wird.
Ich denk trotzdem noch über das "verbinden" nach.. ist gar nicht so einfach.
Hallo Kerstin wie (ver)gesprochen: Quod est inferius, est sicut quod est superius, et quod est superius, est sicut quodest inferius, ad perpetranda miracula rei unius.Et sicut omnes res fuerunt ab uno, meditatione unius: sic omnes res natae fuerunt ab hacuna re, adaptione.
Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut;und doch bist du reich.Und ich weiß, daß du von solchen geschmäht wirst,die sich als Juden ausgeben;sie sind es aber nicht, sondern sind eine Synagoge des Satans.
(Die Bibel – Einheitsübersetzung Offb. 2, 9)
Leute aus der Synagoge des Satans,die sich als Juden ausgeben,es aber nicht sind,sondern Lügner – ich werde bewirken,daß sie kommen und sich dir zu Füßen werfenund erkennen, daß ich dir meine Liebe zugewandt habe.
(Die Bibel – Einheitsübersetzung Offb. 3, 9)
,,Die Entstehung dieser neuen Dimension des Bösen hat ihren Ursprung in Gen. 34,25, wo nachzulesen ist, daß zwei israelitische Stämme, Simeon und Levi, hinterhältig alle Männer der Stadt Sichem töteten. Dies führte dann zur Ausstoßung dieser Stämme, die Jakob (Israel) in Gen. 49,5 ausspricht:
„Die Brüder Simeon und Levi; ihre Schwerter sind mörderische Waffen. Meine Seele komme nicht in ihren Rath, und meine Ehre sey nicht in ihrer Kirche; denn in ihrem Zorn haben sie denn Mann erwürget, und in ihrem Muthwillen haben sie den Ochsen verderbet. Verflucht sey ihr Zorn, daß er so heftig ist, und ihr Grimm, daß er so störrig ist. Ich will sie zertheilen in Jakob und zerstreuen in Israel.“ (Formulierung nach Luther-Bibel 1833) Und diese Worte führten zum bislang rund 4000jährigen Stammeskrieg, in den Sie auch als Unwissender verwickelt sind, weshalb sie diese Worte und ihre Folgen kennen sollten."
Die alten Gegenspieler sind:
Juda – Levi
Horus – Seth
Baal -,,Jehova" (Nicht alles, was sich Jehova nennt, ist auch JHVH. IEOUA!), eigentlich auch Seth
,,Wer die Gesundheit erwerben will, der muß sich von der Menge der Menschen trennen, denn die Masse geht immer den Weg gegen die Vernunft und versucht immer, ihre Leidenund Schwächen zu verbergen. Laßt uns nie fragen: Was ist das Übliche, sondern was ist das Beste."
(Seneca)
Liebe ohne geliebt werden zu wollen ~ ~ Gewollte Liebe ist ohne Liebesquellkraft ~ ist bezogen ~ ~ Wer am Wesen hängt lebt ~ stirbt schwer ~ ~ Was im Wesen ist ~ ~ liebt ~ ~ ~
Lose Liebe ~ das leichte Los das Lieb macht ~ ~ ~(Tilo Kaiser)
All-es liebe für die Liebe. Andre (an.t@gmx.de)
Hallo Andre!
Ja, das stimmt, in Gen 49,5-7 steht das so.. ich bin leider kein Theologe, so das ich nicht sagen kann, was es im Urtext und hebräischen Kontext bedeutet: ".. Ich will sie versprengen in Jakob und zerstreuen in Israel." Aber wenn du magst, kannst du ja mal Josua 19,1-9 und Josua 21, 1-42 lesen. Da steht sehr genau aufgelistet, welche Gebiete der Stamm Simeon und welche Städte der Stamm Levi/ die Leviten bekommen haben.
Was für mich eindeutig gegen Stammeskrieg und Gegenspieler spricht.
Die Stellen die du aus der Offenbarung erwähnst, sind Sendschreiben an Städte (!). Smyrna als ursprünglich griechische Stadt (heute die türkische Stadt Izmir) und Philadelphia in Kleinasien, heute Türkei. Diese Städte sind somit nicht die in Israel liegenden Gegenden oder Städte der Stämme Simeon und Levi. Aber um das genauer zu interpretieren (was in der Offenbarung eh sehr schwer sein dürfte..) kannst du ja nochmal einen Theologen fragen oder in guten Kommentaren über die Offenbarung forschen.
Und zu Liebe kann ich nur sagen...
"Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles." (1.Korinther 13, 4-7) - alles aus der Lutherübersetzung.
_Kerstin
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