9 einfache Buchstaben, die doch so schwer und gleichzeitig geheimnissvoll sind. Zu diesem Thema haben mich die Gedanken von Pete Greigs neuem Buch "Offline. Warum antwortest du nicht, Gott?" sehr fasziniert. Er beschäftigt sich in einem Kapitel mit dem Karsamstag - ein Tag an dem Gott/der Himmel/ die Kirche schweigt?! Der Tag, nachdem etwas Gestorbenen ist und der Tag, bevor ein Wunder passiert. Ein Tag voller Hoffnung auf etwas, was noch nicht da ist.
Pete Greig fordert die Leser heraus, dass Schweigen zu erforschen. Und damit zuerst mal die Spannung & das Chaos & den Schmerz & die Angst auszuhalten, dass Gott manchmal spricht, manchmal aber auch nicht.
> Bin ich bereit (in aller Öffentlichkeit) "mein Gott mein Gott warum hast du mich verlassen" zu rufen? Was für Reaktionen würde ich bekommen - von Christen, der Gemeinde, nichtchristlichen Freunden? Wie haben sich wohl die 24h des Sabbats für seine Freunde damals angefühlt?
Und können wir das Zusammendenken: Gott schweigt und ist gleichzeitig anwesend?
So, schön gedacht.. und praktisch? Wie kann ich/du von einem Durchhalten dieser Zeiten zu einer aktiven Auseinandersetzung und damit dem Einlassen auf Gottes Schweigen kommen?
Pete skizziert zwei Hilfen, um aus unbeantworteten Gebeten etwas Kreatives für Gott entstehen zu lassen:
> zurückschauen: an Zeiten der Gespräch erinnern. Wut/ Empörung/ Klage/ Angst rausschreien (Psalmen!). "Echos" wahrnehmen und damit kleine Funken des "vielleicht doch" oder "was wäre wenn" wahrnehmen (Wie müssen sich die Jünger gefühlt haben, als an diesem Sabbatmittagessen ganz nach jüdischer Tradition Brot und Wein gesegnet und verteilt wurde??? - Es MUSS jede Erinnerung an das letzte Abendessen mit Jesus - Donnerstag Abend - wiedergekommen sein..)
> sich umschauen: Gott in anderen Menschen + an anderen Orten begegnen. Ist Gott vielleicht genau neben uns, mitten im Dreck (nicht gleich zu erkennen)? Oder spricht er "durch ganz normale Handlungen von ganz normalen, ahnungslosen Menschen"?
(Wie muss es für Nikodemus gewesen sein, einen zerrissenen Tempelvorhang vorzufinden? Ist Bethanien durch Lazarus & Maria & Martha zu einem Ort des Trostes geworden - an dem 7 Tage zuvor noch "Hosianna" gerufen wurde und der Geruch nach Parfum noch in der Luft lag?)
Und, traust du dich zu schweigen? Oder doch lieber:
"Wir rennen beunruhigt weiter, um Sinn und Schönheit doch noch zu entdecken, wo einfach nichts ist. Noch nicht."
P.S. Sehr spannend dürfte zu diesem Thema auch das jetzt in Deutsch veröffentlichte Buch: "Die Hütte" sein...
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