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Dienstag, 15. März 2011

Neuerscheinungen

Beim querlesen meines Blogreaders bin ich die letzten Tage auf faszinierende Buchtipps gestoßen, einige davon befinden sich jetzt bereits im Schiff - von England nach Australien.
Wer also noch ein Buch für die Fastenzeit sucht oder sich jetzt schon mit einem Ostergeschenk eindecken will... hier 5 gute Ideen:

1) N. T. Wright - "Glaube und dann?" (alltagsrelevant, herausfordernd, Wie sieht eine Transformation des Charakters praktisch aus?, Feb 2011)

2) N.T. Wright - "Das Neue Testament und das Volk Gottes" (theologisch, Forschungsergebnisse jüdischer und christlicher Wissenschafter, Feb 2011)

3) Mike Breen - "Launching Missional Communities" (nur englisch, praktische Herausforderungen, um missionale Gemeinschaften zu starten & zu leben, 2010) ein sehr gutes Review bei Marlin

4) Marlin Watling - "START: Gemeinden gründen" (Forschungsergebnisse + Praxisbeispiele + jede Menge hilfreicher Tipps, deutscher Kontext!, Feb 2011)

5) Cray Graham - "Ancient Faith: Future Mission New Monasticism as Fresh Expressions of Church" (nur englisch, Impulse der monastischen Bewegung für eine aktuelle Verbindung aus Jünger-sein und einem missionalen Lebensstil, Dez 2010)









Viel Genuss beim lesen... vielleicht mit einem leckeren Flat White & William Fitzsimmons im Hintergrund.. genau das mach ich übrigens grad im Urban Life Café... :-)


Montag, 20. Dezember 2010

save

Ein kreatives Cover mit absolut umwerfendem Inhalt! Noch nie zuvor hab ich die "großen Linien" von Gottes Weg, die Zusammenhänge der Ereignisse im Alten Testament und wichtige Symbole so tief verstanden.

Rob Bell schafft es in einmaliger Weise, Gottes Reise mit Israel (und auch mit uns) zu beschreiben. Die Vorgeschichte: wir sind östlich von Eden. Und das Blut und alle Ungerechtigkeit schreit zu Gott.
Und dann geht die Reise los... von Ägypten (als Sklaven müssen Lehmsteine produziert werden - mit denen hatten sie doch vorher den Turm zu Babel gebaut?!)... nach Sinai (seid Priester! - Gott spricht zu ALLEN Menschen - das erste Mal seit Eden)... nach Jerusalem ( Salomon nutzte seine Macht, um den Tempel mit Sklaven zu bauen. Mit Sklaven. Und von Ägypten Militärausrüstung zu kaufen. Von Ägypten. - darüber hab ich noch nie nachgedacht!) ... und von dort geht es nach Babylon (Prophetenwarnungen waren nutzlos.. die Geschichte vergessen. Und so wurden sie wieder zu Sklaven.).
Es braucht also eine andere Form von "Exodus". Größer. Weiter. Umfassender. Ewig. Von einem anderen Sohn Davids..

Neben dieser großen Linie vertieft Rob Bell auf beeindruckende Weise die Bedeutungen von unzähligen Worten, z.B.: "Lehmsteine", "Hochzeit", "Wein", "Priester", "Schreie der Unterdrückten", "Tempel", "Lamm",...

Und zieht dann die Verbindungen zu zwischen den Prophezeiungen über "David's anderen Sohn" und Jesus Leben und Worte... bis hin zur realen Ausbreitung bis and die Enden der Welt (der Eunuche von Äthiopien und das zu Pfingsten Menschen aller Welt in Jerusalem versammelt waren, sind da nur 2 Bsp.). Und auch die Verbindung zum historischen Kontext des Buches Offenbarung fehlt nicht.

Er schließt sein Buch mit einem Manifesto, ausgehend von Jesu Auftag "tut dies in Erinnerung an mich" (Luk 22,19 - viell mehr als nur "Wein" u "Brot" zu sich nehmen?):

"Der "tut-das" Teil ist unser Leben. Öffnen wir uns für das Mysterium der Auferstehung, offen für die Befreiung anderer, erlauben wir unseren Körpern gebrochen zu werden und unserem Blut vergossen zu werden, entdecken wir unsere Eucharistie. Hörend. Und gehend. Denn wenn wir das in Erinnerung an Ihn tun, wird die Welt nicht die Gleiche bleiben, wir werden niemals die Gleichen bleiben." (S 181, frei übersetzt)

Mit diesen Worten wünsch ich euch, meine lieben Leser, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein spannendes "tut-das" im Jahr 2011!!

Sonntag, 10. Oktober 2010

3 x herausgefordert!

Meine ersten 3 englischen Bücher... und alle kann ich sehr weiterempfehlen!

1) "The trouble with Paris" (Mark Sayers)... ein Buch, bei dem ich nach jedem Satz "Ja" rufen könnte. Er beschreibt mit vielen praktischen Beispielen die "Hyperrealität" um und in uns, und wie das unsere "Realität" bestimmt, Glauben ruiniert und welche Herausforderungen das für die Wahrnehmung & das Leben von "Gottes Realität" mit sich bringt. Der Untertitel fasst es passend zusammen: "Following Jesus in a world of plastic promises"!


2) "The untold Story of the New Testament Church" (Frank Viola)... ein unglaublich geniales Buch, worin der Autor den Leser chronologisch durch die Entstehung der Kirche/Gemeinde/Community führt. Angefangen bei Gott selbst (Joh 17), Jesu Leben und dann die Anfänge in Jerusalem - beschreibt er lebendig die Ausbreitung der "Jesus-Anhänger" bis nach Rom. Dabei bringen viele Hintergundinfos zu der damaligen Situation soooo viele "Aha" und "Wow"-Erlebnisse. Viele Fußnoten geben die Möglichkeit unzählige Bibelstellen nachzulesen und so die Beschreibungen zu vertiefen und zu studieren.


3) ""Untamed" (Alan & Debra Hirsch).. ich liebe ihre Bücher einfach, so auch das Neuste. Praktisch, frisch, ehrlich und voller eigener Lebenserfahrungen und damit auch Fehler fordern die zwei zu einem Weg heraus, missionale Jüngerschaft in jeder Sekunde unseres Lebens zu leben. Dabei starten sie bei Fragen zu unserem Gottesbild, betrachten dann den Einfluss unserer Kultur, die Veränderung unseres Selbstbildes und fordern zum Schluss heraus "going out, going deep". Jedes Kapitel endet mit praktischen Tipps und sehr spannenden Diskussionsfragen - eignet sich also top für jede Form von Zweierschaft, Smallgroup,.. Ja - eine "ungezähmte" Einladung zu einer Abenteuerreise :-)

Sonntag, 27. September 2009

beziehungsweiseLEBEN

Diese Woche ist es erschienen - "Beziehungsweise Leben - Inspirationen zum Leben und Handeln im Einklang mit Gott und Menschen". Daniel Ehnis und Björn Wagner haben darin von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren Artikel zusammengetragen und diese unter den Schwerpunkten Beten, Handeln und Organisieren zusammengestellt. Mehr Infos hier.

Ich selbst habe einen Artikel mit dem Thema: "Clusterentwicklungen in der Citychurch - Erste Prozesse auf einem langen Weg" geschrieben. Einen kurzen Ausschnitt und damit Vorgeschmack möchte ich euch hier geben. Und wen es mehr interssiert - bestellt das Buch (das geht direkt bei mir oder eben bei Amazon bzw. im "Buchladen eures Vertrauens"..) und vertieft euch in spannende Beziehungsgedanken!




Toblerone-Kirche

Eigentlich begannen wir im Leitungsteam erst jetzt, uns intensiv mit der Frage auseinanderzusetzen, was Cluster eigentlich sind und was es bedeuten würde, eine Netzwerkkirche zu leben. Inspiriert vom Transforum „Gemeinsam für Berlin“ und dem Think Tank in Münster mit Alan Hirsch, lasen wir das Buch „Clusters – Creative mid-sized missional Communities“ von Bob Hopkins und Mike Breen. Darin beschreiben die zwei Autoren der St. Thomas Church in Sheffield, wie sie mittelgroße Gruppen als missionale Gemeinschaften entdeckt haben, durch die Jesu Leben in verschiedenen Formen, Kontexten und Gemeindegrößen in unserer pluralistischen Gesellschaft sichtbar und lebbar werden kann. Cluster sind für sie eine Gruppe aus 25 bis 55 Leuten. Jeder Cluster hat dabei vier Dimensionen:

die vier Dimensionen up/in/out/of

Up – das Wachsen in der Beziehung zu Gott (nach oben) und Teilen von ganzheitlicher Spiritualität;

In – sie gestalten Gemeinschaft einzelner Menschen (untereinander) als Ort der Zugehörigkeit und Partizipation, an Orten, Tagen und Zeiten, die für sie passen;

Out – ihr Schwerpunkt ist die missionale Ausrichtung (nach außen): Identität und ihren Auftrag haben sie durch eine einende VISION für einen geografischen Bereich oder eine soziale Gruppe, wobei sie sich auf die Lebensform und den Kontext der Gruppe einstellen;

Of – Cluster sind als Netzwerke untereinander verbunden zum Beispiel durch gemeinsame Projekte, Vernetzung der Leiter oder Vernetzung mit anderen Kirchen.

Kurz gesagt, entsteht aus der IN-UP-OUT-Triangel durch die verbindende Ebene OF die „Toblerone-Kirche“.

Cluster können dabei entweder aus mehreren Cells (Kleingruppen) entstehen, oder die Cells bilden sich erst im Nachhinein, oder es gibt gar keine Kleingruppenstruktur. So definieren sich Cluster gerade nicht durch ihre mittlere Größe, sondern über ihre VISION. Doch die begrenzte Menge der Leute ermöglicht es, klein genug zu sein, um eine zielgerichtete Vision zu teilen und groß genug, um diese umzusetzen. Diesen Gedanken haben wir als Leitungskreis bei Hopkins und Breen zum ersten Mal so deutlich gelesen. Dadurch verstanden wir viele Fragen und die Unzufriedenheit mit unseren bisherigen Cluster-Experimenten besser. Der Zusammenhalt in diesen Netzwerken kann erstens durch eine gemeinsame Vision, zweitens mittels gemeinsamer Werte und drittens durch eine gemeinsame Sprache (zum Beispiel ein kreativer Name) gefördert werden. Die „Celebration“ (Großkirche) hat in diesem Netzwerk die Aufgabe, die Cluster mit zentralen Ressourcen zu unterstützen – neben einer klaren Vision und Werten der Gesamtgemeinde gilt es vorwiegend, Leiterbeziehungen zu fördern, gemeinsame Events zu haben (Taufe, Abendmahl, Hochzeit) und eine zentrale Struktur für Ressourcen bereitzustellen (zum Beispiel für die Bereiche Training, Kinderarbeit, Jugendarbeit, Finanzen, Kommunikation …).
Es wurde uns an diesem Wegabschnitt noch einmal sehr deutlich, dass eine „Cluster“-Kirche viel mehr ist als nur das Einfügen einer neuen Beziehungsebene. Kirche auf diese Art zu verstehen und zu leben, würde eine Gemeinde wie unsere sehr stark verändern. Mit ungefähr 450 Gottesdienstbesuchern („Celebration“), etwa 250 bis 300 miniChurch-Besuchern („Cell“) und momentan 150 festen Mitgliedern wird es viele Jahre brauchen, bis aus einer zentralen Struktur eine dezentrale Struktur geworden ist. Und trotzdem arbeiten wir genau darauf hin. Wir hoffen, dass immer mehr Leute ihr Herz und ihre Vision erkennen und anfangen, sich in mittelgroßen Gruppen zusammenzufinden und missional aktiv zu werden. In dieser Bewegung würde Kirche groß werden und klein bleiben. Sie würde nicht durch Addition, sondern durch Multiplikation wachsen und Stadt und Gesellschaft durchdringen. Leitung würde nicht mehr über die Kontrolle einer Hierarchie funktionieren, sondern wir würden prophetisch und apostolisch begabte Leute freisetzen, mit ihrer Vision Gemeinschaft zu formen und Cluster zu lenken. Autorität kann dann durch Förderung von weiteren Leitern und Teams ausgeübt werden, die wiederum Eigeninitiative und Verantwortung übernehmen. Die Angst, dass in solch einer dezentralen Struktur die Dinge außer Kontrolle geraten, ist nicht unbegründet, aber wir glauben, dass dieses Risiko minimiert werden kann. Anstatt auf Kontrolle, wird in einer Netzwerkkirche auf hohe Verantwortlichkeit der Leiter untereinander gesetzt. Folgende Elemente können diese Verantwortlichkeit fördern:

01. eine Grundatmosphäre der Unterstützung und Ermutigung, in der auf Gemeindeebene Zweierschaften/ Dreierschaften gestärkt werden und auf Leiterebene eine Mentoringstruktur entsteht

02. ein Fundament aus gemeinsamen Werten – zum Beispiel werden in Sheffield in allen Gruppen die „Life-Shapes“ gelehrt, dabei symbolisieren acht geometrische Figuren acht Jüngerschaftsprinzipien.

03. Beziehungen, Vertrauen und Freundschaften wachsen durch Offenheit, Hilfsbereitschaft und regelmäßige Treffen.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Schweigen.. "_Offline"

9 einfache Buchstaben, die doch so schwer und gleichzeitig geheimnissvoll sind. Zu diesem Thema haben mich die Gedanken von Pete Greigs neuem Buch "Offline. Warum antwortest du nicht, Gott?" sehr fasziniert. Er beschäftigt sich in einem Kapitel mit dem Karsamstag - ein Tag an dem Gott/der Himmel/ die Kirche schweigt?! Der Tag, nachdem etwas Gestorbenen ist und der Tag, bevor ein Wunder passiert. Ein Tag voller Hoffnung auf etwas, was noch nicht da ist.
Pete Greig fordert die Leser heraus, dass Schweigen zu erforschen. Und damit zuerst mal die Spannung & das Chaos & den Schmerz & die Angst auszuhalten, dass Gott manchmal spricht, manchmal aber auch nicht.
> Bin ich bereit (in aller Öffentlichkeit) "mein Gott mein Gott warum hast du mich verlassen" zu rufen? Was für Reaktionen würde ich bekommen - von Christen, der Gemeinde, nichtchristlichen Freunden? Wie haben sich wohl die 24h des Sabbats für seine Freunde damals angefühlt?
Und können wir das Zusammendenken: Gott schweigt und ist gleichzeitig anwesend?

So, schön gedacht.. und praktisch? Wie kann ich/du von einem Durchhalten dieser Zeiten zu einer aktiven Auseinandersetzung und damit dem Einlassen auf Gottes Schweigen kommen?
Pete skizziert zwei Hilfen, um aus unbeantworteten Gebeten etwas Kreatives für Gott entstehen zu lassen:

> zurückschauen: an Zeiten der Gespräch erinnern. Wut/ Empörung/ Klage/ Angst rausschreien (Psalmen!). "Echos" wahrnehmen und damit kleine Funken des "vielleicht doch" oder "was wäre wenn" wahrnehmen (Wie müssen sich die Jünger gefühlt haben, als an diesem Sabbatmittagessen ganz nach jüdischer Tradition Brot und Wein gesegnet und verteilt wurde??? - Es MUSS jede Erinnerung an das letzte Abendessen mit Jesus - Donnerstag Abend - wiedergekommen sein..)

> sich umschauen: Gott in anderen Menschen + an anderen Orten begegnen. Ist Gott vielleicht genau neben uns, mitten im Dreck (nicht gleich zu erkennen)? Oder spricht er "durch ganz normale Handlungen von ganz normalen, ahnungslosen Menschen"?
(Wie muss es für Nikodemus gewesen sein, einen zerrissenen Tempelvorhang vorzufinden? Ist Bethanien durch Lazarus & Maria & Martha zu einem Ort des Trostes geworden - an dem 7 Tage zuvor noch "Hosianna" gerufen wurde und der Geruch nach Parfum noch in der Luft lag?)

Und, traust du dich zu schweigen? Oder doch lieber:
"Wir rennen beunruhigt weiter, um Sinn und Schönheit doch noch zu entdecken, wo einfach nichts ist. Noch nicht."

P.S. Sehr spannend dürfte zu diesem Thema auch das jetzt in Deutsch veröffentlichte Buch: "Die Hütte" sein...

Montag, 18. Mai 2009

beziehungsweise LEBEN

Bald ist es soweit! Dann erscheint das sehr gute, spannende, inspirierende, aktuelle und herausfordernde Buch:
"Beziehungsweise Leben. Inspirationen zum Leben und Handeln im Einklang mit Gott und Menschen."

Daniel Ehniss & Björn Wagner sind die Herausgeber. Gemeinsam mit 15 Autorinnen und Autoren haben sie sich über inspirierende Spiritualität, Gemeinschaft im Alltag und praktisch gelebte Gerechtigkeit Gedanken gemacht und praktische Umsetzungen beschrieben.
Wer die nächsten Schritte mitverfolgen will, kann das auf Daniels Blog oder bei Facebook (vorbei schauen oder Fan werden).


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beziehungsweise beten
beziehungsweise handeln
beziehungsweise organisieren
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