Zwei bewegende Tage.. in denen wir sechs uns näher kennenlernen konnten, lustige Verbindungen ("du bist.. ? dann sitze ich ja nächste Woche bei dir im Wohnzimmer..." ) feststellten, jeder erzählt hat, was ihn im Moment so bewegt, wie er Gemeinde erlebt und lebt, was er theologisch zu der Frage "Frauen" schon gehört habt und was ihn dazu bewegt. Kaffee trinken + als Mittagessen Gemüsesticks (hast du toll ausgehalten, Gofi!..) essen und viele viele viele Fragen stellen, durfte nicht fehlen...
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Wie ist die Rolle "Frau" in den vergangenen Jahrhunderten geprägt worden? Wie ihre Position und Aufgaben in der Familie? Was hat das für Auswirkungen in der Gemeinde (Gemeinschaft)? Wird die Frau als "Nicht-Mann" behandelt und/ oder dabei gibt es nicht "DIE" Frau, sondern Weiblichkeit als Geschlecht ("Rahmen") mit sehr kreativen + individuellen Formen.. Wie kann Raum geöffnet werden, um als Mann und Frau Verantwortung für Familie + Geschlecht im Miteinander zu leben?
Wo und wie hemmen da Maßstäbe, Prägungen und Angst vor Fehlern?
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Stini hat uns dabei mit Literatur eingedeckt.. aus dem Buch "Priska, Junia & Co" von Ulrich Wendel haben wir exemplarisch mal ein Kapitel gelesen und waren überrascht von der Fülle an neuen Gedanken + den Situatioen der Frauen in den ersten Gemeinden. Loht sich sehr, da weiterzuforschen und -denken.
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Andere Fragen sind noch: Wie ist die unterschiedliche Sicht dabei von Familien und Singles? Welchen Einfluss kann das Konzept von Mehrgenerationenhäusern auf diese Fragen haben?
Uns ist wichtig, bewusst zu machen, dass durch die momentane Situation (in vielen Gemeinden und Gemeinschaften) etwas von Gottes geschaffener und gewollter Vielfalt und Ergänzung verloren geht, wenn Frauen nicht dabei sind in Leitung + Organisation.
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Wir wollen gern Frauen + Männer in unserem Umfeld ermutigen, mitzudenken + praktisch auszuprobieren. Über das Emergent-Deutschland-Forum in Kontakt zu bleiben und Fragen + Ideen weiter zu bewegen, im November auf dem Emergent_Forum mit mehr Frauen vertreten zu sein und da Workshops + Inputs zu machen.
1 Kommentar:
Hi K.,
freue mich, daß ihr ein gutes Treffen hattet!
Mein versprochener Kommentar:
Für den kulturellen Kontext von Jesus waren sein Verhalten gegenüber Frauen und Reden mit und über sie extrem herausfordernd und revolutionär! Voll krass sozusagen! ER hatte eine befreiende Botschaft für die Gesellschaft bzgl. der Rolle der Frau. Natürlich hatte er auch zu vielen anderen Dingen eine befreiende Sicht.
Diese Sicht auf Frau und Mann hat die Kirche in ihrer Geschichte und in ihrer Auseinandersetzung mit ihren gesellschaftlichen Umfeld nicht aufgenommen, bis dahin, dass unsere gängigen Übersetzungen der entsprechenden Stellen in den Korintherbriefen "gefärbt" übertragen - d.h. FALSCH übersetzt wurden! (siehe N. Baumert: "Mann und Frau bei Paulus" oder so ähnlich)
Auf jeden Fall hinkt die (frei)kirchliche Szene der gesellschaftlichen Entwicklung ja an dieser Stelle weit hinterher, feministische Theologie fand in der evangelikalen Szene keine Wertschätzung, sie hat vielleicht eher noch die Mauern der Abgrenzung davon erhöht.
Kurzum: Gesellschaftlich ist die (eine) "Befreiung" ja irgendwie passiert, als Emanzipation vom Mann und leider wohl auch von Gott...!
Was ist aber unsere Botschaft als Jesu Jünger zu diesem Thema? Welche Botschaft ist zudem auch noch so freimachend attraktiv, dass man (oder frau) bei sich christliches Glaubensinteresse aufkeimen sieht? Ist es überhaupt die Mühe wert, gegenüber der Gesellschaft an diesem Thema etwas Befreiendes zu suchen? (gegenüber den Kirchen gibt es gewiss Aufklärungsbedarf, klar!)
Vielleicht müssen wir auch an die Gesellschaft eine Botschaft formulieren, welche ein überboardendes Emanzipationsgehabe zurück bringt auf die Linie Jesu? Guter Gedanke, nur wie heißt diese Botschaft, die wir haben? Gleichzeitig sollte sie natürlich von dem attraktiven, wertschätzenden und befreienden Spirit Gottes durchdrungen sein, der Frau und Mann, ohne Gott l(i)ebend, aufhorchen läßt...
Ich bin gespannt, ob zu dieser Frage irgendwo etwas Neues aufbricht (emergiert)!!!
Vielleicht geht es aber auch wirklich erst einmal mehr darum, uns selbst (kirchlich)intern zu Befreien von falsch verstandenen Geschlechterrollen usw. Da haben andere in den letzten Jahren schon einiges an Vorarbeit geleistet mit unterschiedlichem Erfolg in den Verbänden. Wohl dem, der da die Chance hat, Neues entstehen zu lassen...
Der eigentliche Feind heißt aber "Gender mainstreaming" beim Namen! Den hat die (Frei)Kirche aber bis jetzt verschlafen oder fröhlich reingelassen... Der gesellschaftliche Nährboden scheint jedenfalls ideal, um jegliche geschöpfte Unterschiedlichkeit konsequent wegzubügeln. Wer hiervon noch nie etwas gehört hat, sollte mal danach googeln!
An die netten emergenten Frauen und Männer jedenfalls: Macht weiter so!
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