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Montag, 24. Mai 2010

Hinter Gittern...

...waren vor 4 Tagen 10 Leute aus der Citychurch. Das Ganze geht noch auf Matze Weber zurück, der für uns die Türen geöffnet hat, indem er zu dem katholischen Gefängnisseelsorger gute Connections aufgebaut hat. So konnte die Band „More“ (unter diesem Namen haben sich schon die unterschiedlichsten Menschen ins Gefängnis begeben..) in großen & kleinen Abständen ein Konzert in der JVA Lengenfeld durchführen. Hinter dem Titel „Konzert“ verbirgt sich ein Mix aus Worshipliedern, Zeugnissen, kurzer Message & Gebetsanliegen aufschreiben.

Nach Techniktransport, "Einchecken", Aufbau, Soundcheck und Gebetssession wurde am Donnerstag Abend 18Uhr „Gof of this City“, “Heilig ist dein Name”, “Gott der zweiten Chance”, “Du sollst leben”, „Krieger des Lichtes“…. – Worte, Melodien, persönliche Lebensgeschichten und der Bibelvers aus Johannes 12, 44-46 für ca. 130 Frauen und Männer spürbar.


Die äußerliche Reaktion – das ganze Setting erinnerte eher an eine „Marktplatzathmosphäre“ mit viel Reden, Rufen, Rascheln,… - gab keinen Hinweis auf die innere Beteiligung der Gefangenen. Als wir dann als Gruppe aber 76 (!!!) Zettel mit Gebetsanliegen zurückbekommen haben, hat das uns als Gruppe, den Gefängnisseelsorger und die Wärter echt umgehauen!! Und komplett bewegt waren wir dann, als wir angefangen haben, die Gebetszettel zu lesen…. Weil das nicht in eigenen Worten wiederzugeben geht, hier eine kleine Auswahl an Zitaten. Wir als Citychurch haben inzwischen fast alle Gebetszettel verteilt, so dass für jedes Anliegen und jede der 76 Frauen & Männer in Haft gebetet wird!

  • „ Mein Gebet ist für alle Menschen, die im Gefängnis sitzen, weil sie einen Fehler gemacht haben und diesen bereuen. Und vor allem für die Menschen, die einen nicht dafür verurteilen, dass man diesen Fehler gemacht hat, sondern sich auch mal über die Hintergründe Gedanken machen und nach dem WARUM fragen“
  • „Ich bitte das mein Verlobter aus dem Koma zurück kommt. Das es meinen Kindern und Eltern gut geht. Das ich Drogenfrei leben kann. Das es meiner Besten Freundin in der anderen JVA gut geht. DANKE auch das ihr da wart.“
  • „Bin Atheistin aber würde ich für jmd. Beten dann für diese Menschen. Cool dass ihr da wart. Mom, Dad, N., D., M., T.,….“
  • „Ich bete für die Gesundheit meiner Mutter. Für meine Familie. Für meine drei Opfer, die Familie meines Opfers. Ich bete für meine Schwester und Nichte. Für meine Freunde und besonders für die Freunde im Gefängnis.“
  • „Danke für eure bewegende Musik und die Möglichkeit, mit euch Gemeinschaft gehabt zu haben. „Du sollst leben!“ hat mich arg berührt! Danke! ICH werde für Euch beten und Euch in meine Meditation einbeziehen. Ihr wart heut mein Licht“!
  • „Gib mir die Kraft diesen Knast durchzuhalten. Jeden Tag die Nerven zu behalten nicht das streiten anzufangen. Gib mir die Kraft und die innere Stärke an meine zweite Chance zu Glauben. Ich bete zu Gott, dass ich es jetzt schaffe auf meinem Weg zu bleiben. Ich bete zu Gott, dass ich meine inneren Frieden finde!“
  • „Ihr könnt mich am Arsch lecken! BAD RELIGION.“
  • „Betet für: meine Familie,…, Menschen in Not und Armut, alle die mit vertraut haben und die ich enttäuscht habe, alle die ich durch meine Straftat mit in Strafverfolgung gebracht habe, eine gerecht Welt.“
  • „Betet für meine Tochter, denn sie ist sehr krank! – Kinder die lieben, werden Erwachsene die lieben! Und für meine beste Freundin S., die sich innerlich sehr einsam fühlt. P.S. Tolle Musik habt ihr gemacht. Danke das ihr da wart. Ein kleines Licht in dunklen Zeiten. Liebe Grüße M.“
  • „Lieber Gott, du weißt alles über mich, aber ich weiß nicht viel über dich. Du kannst mich hören wenn ich schrei. Du hörst mir auch wenn ich weine. Bitte vergiss nicht um mein Elend hier im Gefängnis. Ich möchte dir preisen noch mehr und mehr. Bitte hilf mich. Ich möchte nur mehr klein Stück leben, Leben in Freiheit. Dein Kind….“
  • „Ich bete darum mein Glauben zur Gott wiederzugewinnen, dass ich in all den Jahren in Haft (8Jahre, 5 Monate) verloren habe. Ich bete den Glauben wieder zu haben, die ich mal früher hatte. Ich wünsche für eure Band alles gute, dass ihr erfolgreich seid und weiterhin so schöne Musik macht, auch für die verlorenen Leben. Vielen vielen Dank das ihr zu uns gekommen seid und so schön gespielt habt. Macht weiter so. Ihr habt den Tag verschönert. Abs.: ….“

Samstag, 22. März 2008

Transforum II "Umfeld verändern".. Beispiele aus Dtl.

Sehr inspirierend war der Freitag Abend, wo Leute erzählten, was sie bewegen und leben.

1. christliche Freiwilligenagentur:

Seit 3 Jahren gibt es in Berlin eine Anlaufstelle zur Vermittlung von säkularen und christlichen Freiwillige(ngruppen). Ein total geniales Konzept, unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Thierse, was immer mehr genutzt wird! Dabei gibt es Übersichten, welche Organisation, Einrichtung oder Einzelperson gerade welche Hilfe braucht, und dem gegenüber dann Menschen (oder Gruppen, z.B. auch Hauskreise), die sich melden um in regelmäßigen Abständen (was auch 1x pro Monat sein kann) bei einem Projekt ihrer Wahl freiwillig zu arbeiten.
Mit der gemeinsamen Suche nach dem "Besten für die Stadt" wird durch sichtbares "Liebe deinen Nächsten" die Stadt verändert... schaut's euch doch mal an:
http://www.christliche-freiwilligenagentur.de/
Wenn ich sehe, wie viele Leute im Lighthouse nach Hilfe fragen und andererseits Menschen gern helfen wollen und Zeit haben, aber nicht genau wissen wo... dann könnte in Würzburg vielleicht auch so eine Agentur entstehen?!


2. christliches Jugendzentrum Die Arche e.V. Chemnitz

Tilo Reichold erzählte, wie vor 13 Jahren Leute zusammen saßen, eine gemeinsame Vision für Chemnitz teilten und mit der Realisierung begannen. Es war Tilo wichtig, Gemeinschaft zwischen den Gemeinden zu haben, so fing er an, jeden Tag für einen Pfarrer intensiv zu beten. Nach 2 Jahren lad er alle ca. 50 Pastoren von Chemnitz ein, 40 nahmen die Einladung an, und so entstand der Grundstein für ein Pfarrer- und Leiternetz "Missionring Chemnitz". Daraus entstand wenig später das ALLE Christen verbindende Stadtmagazin VISION, mit Veranstaltungsinfos, Kommentaren, Berichten, etc.
Als "Schlüssel" sieht Tilo die Beziehungen- und Freundschaften zu Pfarrern, so das Alpha-Projekte + Freizeiten + Kontakte zum Oberbürgermeister + 24-7 + Pastorenfrauenverwöhnabende GEMEINSAM stattfinden. http://www.arche-chemnitz.de/
So "Gemeinde" zu Denken begeistert mich sehr....


3. Gebetsladen Nürnberg

Klaus Sparla, Koordinator des Gebetsladens, berichtete über dieses vor knapp 2 Jahren entstandene Projekt der Evangelischen Allianz Nürnberg. Ein kneipenähnlicher Laden mitten in der Innenstadt steht jedem kostenlos offen und einige der 25 freiwilligen Mitarbeiter aus 14 verschiedenen Gemeinden sind da, nehmen sich Zeit, hören zu, beten, helfen/vermitteln weiter (z.B. an Krisendienste, Sozialwerk Nürnberg, Therapeuten,..) - wenn gewünscht.
Gebetsanliegen können auch über's Internet an die Mitarbeiter geschickt werden.
Die Mitarbeiter treffen sich morgens 7:00Uhr zum Frühgebet, haben außerdem Mitarbeitertreffen und nehmen am Wächtergebet teil - wichtig ist ihnen die "Einheit im Gebet".
Genial!! Kerstin Hack hat auch einen Post dazu:
http://www.kerstin.down-to-earth.de/2008/03/gebetsladen.html (Danke, Daniel!) oder direkt http://www.gebetsladen.de/

Ok... Teil II ist erstmal lang genug, und dabei waren das ja nur 3 tolle Projekte :-)